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Der Porsche 911 turbo

Alles über das Modell 930, dem turbo der ersten und zweiten Generation.

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Testberichte

AMS - 18.01.1978

Heißes Eisen

Neuer Turbo-Porsche mit 3,3 Liter Hubraum und 300 PS
Von Gert Hack

Titelbild - Beschleunigung des Porsche 911 turbos (930) - Testbericht AMS 18. Januar 1978

Porsche packt nicht nur in der Werbung heiße Eisen an, sondern baut auch welche. Das mit Abstand heißeste Eisen im Porsche-Programm, wenn nicht gar überhaupt, ist der turbo. Das schon bisher nicht unter Leistungsmangel leidende Topmodell der Zuffenhausener wurde für das Modelljahr 1978 nochmals stärker. Exakt 300 PS (221 kW) leistet nun der aufgeladene Sechszylindermotor und hat damit die höchste Serienleistungsstufe seiner Laufbahn erklommen.

Porsche 911 turbo (1978) Im Grenzbereich erfordert der Porsche turbo ein hohes Maß an Fahrkönnen

Doch nicht nur in der Leistung, auch im Hubraum ist der Boxer gewachsen. Vier Millimeter mehr Hub und eine um zwei Millimeter größere Bohrung ermöglichten ein Hubvolumen von fast 3,3 Litern (genau 3299 cm3) und werfen gleichzeitig die Frage auf, wo die Entwicklungsgrenzen dieses ursprünglich auf zwei Liter und maximal 160 PS konzipierten Triebwerks zu suchen sind. Denn auch 3,5 Liter sind realisierbar, wenn man die Bohrung jener Zylinder zugrunde legt, die zum Teil im Rennsport und auch von Tunern (siehe Ruf-turbo in Heft 22/1977) verwendet werden.

Der Hubraum ist freilich nicht allein für die Leistungssteigerung des stärksten Serien-Porsche aller Zeiten verantwortlich. Denn der neue turbo ist nicht nur absolut um 40 PS (29 kW) kräftiger als sein Vorgänger, sondern leistet auch spezifisch mehr.

Mit einer Literleistung von 92 PS/ Liter stößt der turbo in Bereiche vor, die einem für den Serieneinsatz bestimmten Saugmotor für immer verschlossen bleiben, wenn die derzeitig gültigen Geräusch- und Abgasvorschriften voll erfüllt werden sollen.

Die höhere spezifische Leistung wurde in erster Linie durch den im nun breiteren Heckflügel untergebrachten Ladeluftkühler ermöglicht. In diesem Kühler wird die durch die Aufladung im Turbolader auf etwa 150 Grad erhitzte Luft um maximal 100 Grad abgekühlt, was die Zylinderfüllung und damit die Leistung verbessert. Denn die Luft, die der Motor zur Atmung (Verbrennung) braucht, enthält um so mehr Sauerstoff, je kühler sie ist.

Die Kühlung der Ladeluft hat noch einen zusätzlichen Vorteil: Durch die insgesamt geringere thermische Belastung kann das bei Turbo-Motoren meist sehr geringe Verdichtungsverhältnis erhöht werden. Auch Porsche machte von dieser Möglichkeit Gebrauch und ging auf einen Wert von 7:1, was unter Berücksichtigung der im Turbolader erfolgten Vorverdichtung bei vollem Ladedruck (0,8 bar) einem tatsächlichen Verdichtungsverhältnis von über 10:1 entspricht. Dies ist auch der Grund, warum der turbo als einziger Porsche Superkraftstoff benötigt.

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